Die Tage erhielt ich eine SMS von meinem Handy-Provider " Lieber Kunde. Haben Sie schon ein neues Handy zu Ihrem Vertrag bekommen? Wenn nicht jetzt schnell in Ihren Vodafone-Shop...." Na, das lass ich mir doch nicht zweimal sagen und da ich eine Monatskarte des HVV mein eigen nenne, mit der ich sogar 1. Klasse "reisen" darf schwinge ich mich, ganz beschwingt, in die Regionalbahn gen HH und sicherte mir das First-Class-Raucherabteil. Leider gesellte sich ab Pinneberg jedoch ein "Subjekt" aus fernen Ländern hinzu, das auf Kommunikation aus war - da dieser Wunsch sehr einseitig war beobachtete ich also konsequent die vorbeiziehende Landschaft und hoffte schweigend auf ein baldiges Reiseende.
Von Altona aus ging es souverän mit der S-Bahn gen Dammtor und dann noch eine Station mit dem Bus Richtung Stephansplatz. Die Busfahrt gestaltete sich wieder peinlicher, zum einen, weil ich überflüssigerweise aber ganz stolz meine Fahrkarte vorzeigte, zum anderen, weil das Drücken des Kinderwagen-Bus-Absenk-Knopfes natrülich überflüssig wie ein Kropf war.
Dann holte ich Marco in der Behörde ab, der mich bei der Handyauswahl kompetent beraten sollte - dachte ich. Wir fuhren zum Gerhard-Hauptmann-Platz und gingen in Vodafone-Shop Nummer eins. Während ich mich nach einem passenden Handy umsah war Marco damit beschäftigt, die anwesenden Verkäufer in Güteklassen einzustufen. Der Kleinwüchsige war sofort unten durch, hingegen Güteklasse II (GK I war beschäftigt) sprach mich dann an. "Vertragsverlängerung... blablabla - SMS erhalten... - neues Handy schauen..." klärte ich ihn kurz auf um mich in Ruhe weiterhin mit dem vorhandenen Angebot auseinanderzusetzen. Von wegen! "Na, dann kommen Sie mal her, dann schauen wir in diesen Kasten" meinte er, auf einen Monitor zeigend "ob Sie überhaupt ein neues Handy bekommen." Ich klärte ihn kurzerhand auf, dass dem so sei da ich erstens meinen Vertrag kenne und zweitens ebenjene Kurznachricht erhalten hätte, also würde ich jetzt(!) gerne die Handys anschauen. Aber, er bestand drauf. Widerwillig gab ich ihm Nummer und Kundenkennwort - er gab es ein und nichts passierte. "Kann ich mir jetzt endlich die Handys anschauen?" fragte ich erneut. Daraufhin wollte er meinen Tarif optimieren. Wie viel ich denn mobil telefonieren würde, wann, mit welchen Netzen, wollte er wissen. "Keine Ahnung." entgegnete ich lustlos "Ich will mir eigentlich nur ein Handy aussuchen. Darf ich jetzt gucken?" Ich durfte nicht. Welches ich bislang hätte, fragte er. Ob ich bei Nokia bleiben möchte danach. Und ich erklärte "Grundsätzlich schon, aber ich möchte ein kleines Klapphandy und da bietet Nokia nix an." "Doch, doch!" entgegnete er und entschwand. Ich nutzte diese Gelegenheit um mir nun tatsächlich die angebotenen Mobiltelefone anzuschauen, kam allerdings nicht allzu weit - der engagierte Verkaufslakaie war zurück. Stolz präsentierte er mir ein Klapp-Nokia - mit Knubbelantenne. Ich sagte ihm, dass ich eben keine(!) Knubbelantenne möchte und zudem ein silberfarbenes Handy vorziehen würde (das gezeigte war schwarz-silber), wobei ich aber keinen gesteigerten Wert darauf lege, dass dieses von Nokia sei. Unbeirrt fuchtelte er mit dem Teil weiter vor meiner Nase herum, erläuterte noch Sinn (und Unsinn - Anm. d. Verf.) von UMTS und gestattete mir dann endlich, nach erneuter, diesmal aber sehr viel verbindlicherer *räusper* Bitte, den Blick auf das vorhandene Angebot. Blöderweise stand mir nun jedoch nicht mehr der Sinn nach einem neuen Handy - Marco war mit den Verkäufern soweit durch, als dass er kein geeignetes Opfer für sich ausmachen konnte. Noch nicht einmal das... ;-)
Wenn ich ehrlich bin, hätte der junge Herr mir nur ein wenig zugehört, er hätte drei, wenn nicht sogar vier Modelle dort gefunden, mit denen ich mich hätte anfreunden können. Silber, klappbar und ohne Knubbelantenne. Und da ich bislang Nokia nutzte hätte er mir gerne noch Zubehör verkaufen können. Und ich wäre für weitere 24 Monate Kunde bei Vodafone geblieben.
Jetzt überlege ich ernsthaft, mich von Vodafone zu trennen, denn vermutlich war das, nach zwei oder drei anderen Unannehmlichkeiten, der Tropfen, der das berühmte Fass zum überlaufen brachte.
Ich schlaf noch eine Nacht darüber.
Mittwoch, Dezember 28, 2005
Samstag, Dezember 24, 2005
Ooooooooooaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhh!
Ja(ja), jetzt ist grad Hl. Abend und ich hatte soeben eine schöne Bescherung. Vor allem, was hab ich bloss getan, dass die Welt sooooo ungerecht ist zu mir??? Und: Wo stösst man an einem Tag wie heute den Urschrei aus, der einen emotional komplett entspannen lässt? Ich glaub fast, mit parallelem Vibirieren ist´s nicht mehr getan.
Ich könnt platzen!!! Ich könnt ja sowas von platzen!!! Eine Frechheit!!! Eine Unverschämtheit!!! Eine bodenlose Unverschämtheit!!! Ein Fiasko sondersgleichen, ich sach es Ihnen!!!
Ich bebe!!! Ja, meinetwegen vibriere ich auch grad zu schnell - das ist irrelevant, dazu ist die ganze Sache zu dramatisch.
Wollen Sie mitfühlen??? Wollen Sie fühlen, was ich denke??? Wirklich??? Ok, aber sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt:
Da erhalte ich doch tatsächlich einen, auf den ersten Blick vermeintlich nett gemeinten Weihnachtsgruss via eMail der, bei genauerer Betrachtung, schlichtweg eine dreiste Beleidigung ist. Ich zitiere Ihnen mal, was mich "ein wenig" aus der Fassung bringt:
Wie bei Ihnen stehen auch bei mir Veränderungen an: Für 2006 werde ich auch den Schwerpunkt meines Business mehr auf Lebensberatung und persönliches Coaching verlagern. ...blablabla...
Das ist jetzt eine gute Gelegenheit auch einmal etwas für Sie tun. Nehmen Sie es als kleines Weihnachtsbonbon: Ich lade Sie ein, kommen Sie im Januar oder in den nächsten Tagen zu mir zu einer kostenlosen Beratung. Da könnten wir uns zum Beispiel etwas genauer Ihre Stärken und Talente unter beruflichen Aspekten ansehen. Was halten Sie davon? Ich würde mich freuen. Rufen Sie mich an. Damit wir einen Termin machen können.
So, und dann find ich im Anhang noch ein Word-Dokument, in welchem die zuvor aufgeführte Lebensberatung näher definiert ist - Zielgruppe 40 plus!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Und da soll ich mich nicht aufregen??? Ich feier im Januar grad mal meinen 22. Geburtstag!!! Ich will und brauche bitteschön keine Lebensberatung für über 40jährige! Ich hab vermutlich bislang mehr gelebt als ein 10er Stuhlkreis dieser Spezies - und überhaupt nicht vor, daran etwas zu ändern. Ich kenne meine Stärken und Talente und bin mittlerweile unbescheiden genug, diese, sofern erforderlich, lauthals zu offerieren.
Warum also???
Ich könnt platzen!!! Ich könnt ja sowas von platzen!!! Eine Frechheit!!! Eine Unverschämtheit!!! Eine bodenlose Unverschämtheit!!! Ein Fiasko sondersgleichen, ich sach es Ihnen!!!
Ich bebe!!! Ja, meinetwegen vibriere ich auch grad zu schnell - das ist irrelevant, dazu ist die ganze Sache zu dramatisch.
Wollen Sie mitfühlen??? Wollen Sie fühlen, was ich denke??? Wirklich??? Ok, aber sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt:
Da erhalte ich doch tatsächlich einen, auf den ersten Blick vermeintlich nett gemeinten Weihnachtsgruss via eMail der, bei genauerer Betrachtung, schlichtweg eine dreiste Beleidigung ist. Ich zitiere Ihnen mal, was mich "ein wenig" aus der Fassung bringt:
Wie bei Ihnen stehen auch bei mir Veränderungen an: Für 2006 werde ich auch den Schwerpunkt meines Business mehr auf Lebensberatung und persönliches Coaching verlagern. ...blablabla...
Das ist jetzt eine gute Gelegenheit auch einmal etwas für Sie tun. Nehmen Sie es als kleines Weihnachtsbonbon: Ich lade Sie ein, kommen Sie im Januar oder in den nächsten Tagen zu mir zu einer kostenlosen Beratung. Da könnten wir uns zum Beispiel etwas genauer Ihre Stärken und Talente unter beruflichen Aspekten ansehen. Was halten Sie davon? Ich würde mich freuen. Rufen Sie mich an. Damit wir einen Termin machen können.
So, und dann find ich im Anhang noch ein Word-Dokument, in welchem die zuvor aufgeführte Lebensberatung näher definiert ist - Zielgruppe 40 plus!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Und da soll ich mich nicht aufregen??? Ich feier im Januar grad mal meinen 22. Geburtstag!!! Ich will und brauche bitteschön keine Lebensberatung für über 40jährige! Ich hab vermutlich bislang mehr gelebt als ein 10er Stuhlkreis dieser Spezies - und überhaupt nicht vor, daran etwas zu ändern. Ich kenne meine Stärken und Talente und bin mittlerweile unbescheiden genug, diese, sofern erforderlich, lauthals zu offerieren.
Warum also???
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