Mittwoch, Januar 09, 2008

Gratisdienstleistungen - Post erweitert Produktportfolio um kostenlosen Service

Kostenlos aber nicht umsonst - wird aus dieser wahrlich schon ein wenig betagten Redewendung gar ein neuer Trend? Wenn ja, dann springt das Postamt im Hamburger Hauptbahnhof schier wörtlich auf diesen Zug auf.

Wer im Wettbewerb erfolgreich sein will, braucht innovative Ideen, gerade wenn ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, wie beispielsweise die langjährige Monopolstellung, plötzlich wegfällt. Da is nix mit "auf dem Mindestlohn ausruhen"!

Vermutlich ist es ein Pilotprojekt, welches das zuvor bereits näher bezeichnete Postamt derzeit durchführt. Der Ablauf ist ebenso clever wie gewinnträchtig.

Tag A
Kunden, die mehrere unfrankierte Sendungen einliefern, zahlen ein Packset XS mit. Ohne dieses zu wollen oder gar zu erhalten. So kommt Geld in die Kasse.

Blöd nur, wenn Kunde den Beleg haben will. Noch blöder, diesemal allerdings ganz klar für den Kunden, wenn er dann auch noch, nach 18 Uhr, feststellt, dass er besagtes Packset bezahlt hat.

Tag B
Der Kunde liefert, pünktlich um 17.59 Uhr (eine Minute vor verschlossener Tür *höhö*), weitere unfrankierte Sendungen ein und konfrontiert die Briefmarken-Fachverkäuferin vom Vortag mit den unglaublichen Geschehnissen um das Packset. (Anm. d. Verf.: Ein Kartönchen, ein Packset XS ist ein Kartönchen. Ein leeres Kartönchen. Zum Kurs von 1,49 Euro! Da lob ich mir doch meine Freundinnen von Deichmann & Co., die verschenken solche im Bedarfsfall nämlich.) Diese, also die Briefmarken-Fachverkäuferin, dementiert natürlich alles und zeigt, aus einer Mischung zwischen Stolz und Hilflosigkeit, den Bildschirm ihres Arbeitsplatzes. Weil wenn überhaupt, was natürlich nienicht sein kann, dann wäre DER nämlich schuld. Der Kunde dementierte auch. Nämlich, dass er so dämlich wäre, einen leeren Karton für 1,49 Euro zu kaufen.

Weniger ob später Einsicht, sondern vielmehr aufgrund des anstehenden Feierabends, reagierte dann aber auch die Briefmarken-Fachverkäuferin. Und wie! "Jetzt muss ich holen!" fährt Sie den Kunden barsch an, stapft von dannen, schnappt sich ein Kartönchen, das als Packset deklariert ist, stapft zurück, scannt ein und knallt sodann 1,49 Euro in kleinen Münzen vor dem Kunden auf den Tresen. Der dann auch noch, hinter zwischenzeitlich verschlossener "Gardine", seine unfreien Sendungen loswerden will. Was er auch wird - begleitet von fremdländischen Worten, die wenig Gastfreundschaft vermuten lassen.

Liebe Männer, die Sie gebührenpflichtige Dienste von peitschenschwingenden Damen in Anspruch nehmen - sparen Sie sich Ihr Geld und besuchen Sie die Deutsche Post. Hier werden Sie garantiert zum Nulltarif gedemütigt.

Und ich bin sicher, wenn nur die Nachfrage groß genug ist, dann gibt´s bald auch Peitschenhieben...

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