Es hüpft ein kleiner Osterhase,
mit einer rosaroten Nase,
ein Körbchen auf dem Hasenrücken,
zum Atelier, hinter den Brücken.
Dort schuften schon, seit vielen Tagen,
zwölf Hennen, die sich redlich plagen,
die schönsten Eier flott zu legen
und ihnen einen Anstrich geben.
„Na Mädels?“ fragt der Osterhase.
„Hör auf, ich hab am Arsch ´ne Blase!
Das Eierlegen im Akkord,
das ist der reinste Hennenmord!“
Die Oberhenne ist gar sauer.
„Ne, das ist kein Job auf Dauer.
Ich reiß mir hier den Arsch schier auf,
für 20 Cent, im Ausverkauf!
Kein Mensch schätzt heut doch noch ein Ei
und denkt sich irgendwas dabei,
wenn er´s im Korb nach Hause trägt,
dann lustlos in die Pfanne schlägt.“
Der Osterhase nickt bedächtig,
„Tja nun, der Mensch ist eben mächtig,
das Tier ist Sache, dient zum Zweck,
es muss was leisten, sonst kommt´s weg.“
„Jaja, ich weiß, ich muss was tun,
sonst werd ich bald zum Suppenhuhn.
Trotzdem, es wär schon an der Zeit,
als dass der Mensch sich wieder freut.
Er wieder schätzt, was er verzehrt,
das Tier als Lebewesen ehrt.
Das Freude und auch Schmerzen spürt,
ob´s wild nun lebt, oder dressiert.“
© Uschi Urlaub 2008
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