Sonntag, August 17, 2008

Gräfin gesucht - Es rast geschwinde, das Gesinde

Aus aktuellen Anlässen (kommerzielle Weltrettung etc.) die etwas verspätete Zusammenfassung der 2. Folge „Gräfin gesucht“. Endlich war es nämlich soweit; drei von unseren vier Blaublütern, in der Boulevardpresse gerne als Hagestolze (Vgl. Meyers Lexikon ) bezeichnet, bekamen Besuch von den auserwählten Damen.

Benedikt, noch immer als humorvoller Romantiker gehandelt, durchlebte (und überlebte glücklicherweise auch) eine augenscheinlich postpubertäre Extrem-Anspannungsphase. Hektisch wurden Haushälterin mitsamt Gehilfin angewiesen, diverse Blumensträuße, quasi der Inbegriff adeliger Romantik, im ganz offensichtlich stark sanierungsbedürftigen Gutshäuschen resp. dessen Gästezimmern zu verteilen. Bunte Obstteller setzten sodann noch ein paar farbenfrohe Akzente. Und diese hatte das Mobiliar, das seiner Beförderung zur Antiquität mit stoischer Ruhe und Gelassenheit entgegensieht, auch dringend nötig.

Noch weniger Ruhe und Gelassenheit als zuvor zeigt Benedikt, als Gabriela endlich ankommt und er sie zum Tee bittet. Da klotzt er weniger denn er kleckert, letzteres nämlich ganz ordentlich. Zittrig wie Espenlaub, welches farblich sicherlich hervorragend zu seinem Faible für Moosgrün passt, mag der geneigte Betrachter sich schon so seine Gedanken gemacht haben, ob denn eine echten steifen Prise den Guten nicht vorschnell kollabieren lassen könnte.

Männlichkeitsfaktor: 1 von 5 Punkten
Sexappeal: 1 von 5 Punkten
Zukunfts-/Treuefaktor: 5 von 5 Punkten
Souveränität: 2 von 5 Punkten

Graf Moritz, von dem wir seit letzter Woche dank BILD wissen, dass er nur noch einen Hoden besitzt – ein tragischer Umstand der dazu führte, dennoch keine Tragödie, noch weniger aber ein Thema für die Öffentlichkeit – meistert den Hausbesuch der jungen Ärztin Anke schon souveräner. Und referiert in ausführlicher Ausführlichkeit zu den alten, zugegebenermaßen wirklich schönen Schätzchen seines Anwesens. Grotesk wird es jedoch bei der Kutschfahrt, die der hauseigene Pferdeflüsterer begleitet, als er mit, wie es so schön heißt „Ländereien“, ordentlich auf den Putz haut. Ich bin ja nach wie vor der Überzeugung, dass weniger der fehlende Hoden sondern vielmehr ein ganz anderer Umstand kompensiert werden soll. Mein Favorit für Moritz ist und bleibt Patrick Lindner.

Männlichkeitsfaktor: 0 von 5 Punkten
Sexappeal: 1 von 5 Punkten
Zukunfts-/Treuefaktor: 4 von 5 Punkten
Souveränität: 1 von 5 Punkten

Heiter wurde es bei Constantin, dessen deklariertes Charisma die gen-iale Mirja offensichtlich schlichtweg dazu veranlasste, sowohl Sommer- als auch Wintergarderobe einzupacken. Blöd nur, dass er sie aufgrund seiner erziehungsbedingten Moral – schütze Dich vor langen Fingern, gerade bei den blonden Dingern – prompt ins Hotel verfrachtete. Allerdings lies sich der Hausherr nicht lumpen und lud dann doch nicht ins Restaurant sondern ins herrschaftliche Esszimmer ein. Wenig herrschaftlich waren hingegen seine Tischsitten, wie er schon beim Weinglas vollendet bewies.

Einen in dieser Situation fürchterlichen Faux-Pas leistete er sich sodann noch im Nachgang, den wiederum BILD aufdeckte. Zitat seiner Begleitung: „Wir sind seit sechs Monaten ein Paar. Constantin will, dass ich bei ihm einziehe, wünscht sich Kinder mit mir.“ Tja, wer die Öffentlichkeit sucht und davon zumindest monetär profitieren möchte, der sollte auch damit umgehen können, sonst kostet´s nicht nur Ansehen sondern könnt´ auch so noch teuer werden.

Männlichkeitsfaktor: 4 von 5 Punkten
Sexappeal: 3 von 5 Punkten
Zukunfts-/Treuefaktor: 0 von 5 Punkten
Souveränität: 1 von 5 Punkten

Premiere hatte Michael, der Kandidat vom Tegernsee, dessen blaues Blut ganz offensichtlich oberweitenfixiert recht schnell in Wallung gerät und der die Frau mit Feuer im Arsch sucht. „Wenn´s Arscherl brummt, is´s Herzerl gsund“ sagt der bayrische Volksmund und es könnte mit ein Lebensmotto des Kral-Kunst-Experten sein. Weitere Anforderungen an die Zukünftige: Sie muss zwingend mit dem „geselligen Familienmenschen“ lachen können. Mindestens so sehr wie er selbst, der er jeden seiner Sätze mit einem röhrenden „Höhöhö“ beschließt. Da spielt der intellektuelle Anspruch und Inhalt natürlich nur eine unbedeutende Nebenrolle.

Männlichkeitsfaktor: 2 von 5 Punkten
Sexappeal: 2 von 5 Punkten
Zukunfts-/Treuefaktor: 2 von 5 Punkten

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